
Hallo liebe blog-Besucher,
ich hoffe, es geht euch allen gut?!
Ich habe auf meinem letzten Trip in Indien vor ca. drei Wochen noch mal tolle Eindrücke von einem wirklich beeindruckenden Land gesammelt, was, da kann ich mich nur denjenigen anschliessen, die ebenfalls schon mal in Indien gewesen sind, eines der abwechslungsreichsten Länder der Erde ist!
Wir sind nach Coorgh gefahren, ca. 250 km südlich von Bangalore, eine Gegend, die bekannt für ihren Kaffeeanbau ist und die sich durch eine unberührte Naturlandschaft auszeichnet. Man kam sich zum Teil vor wie im Dschungel. War wieder einmal ein schöner Kontrast zum nie lahmenden Leben in Bangalore...haben dort dann ein Elefantencamp besichtigt, wo wir mit den Dickhäutern schwimmen gehen konnten und zum Abschluss auch mal auf ihnen geritten sind.
Auch wenn ich noch nicht alles von unserem Planeten gesehen habe, kann ich nach meinem drei-monatigem Aufenthalt in Bangalore sagen, dass Indien wirklich für jedermann eine Reise wert ist, da es tatsächlich sehr viel zu bieten hat. Auch wenn ich in meinem letzten Eintrag über einige negative Seiten des Landes berichtet habe, sollte man nicht die atemberaubenden Landschaften und die sehr freundlichen Leute vergessen, die einen Aufenthalt in Indien zu einem Erlebnis machen, das man niemals wieder vergessen wird...
Natürlich konnte ich, aufgrund der Tatsache, dass ich die Woche über immer gearbeitet habe, nicht so viel reisen, und somit habe ich nur einen kleinen Einblick in dieses unglaublich grosse und vielfältige Land bekommen. Dennoch waren es immer wieder Reisen für ein paar Tage in eine andere Welt, die kaum zu vergleichen ist mit unserer in Deutschland.
Da es gerade im Norden Indiens mit Goa, Rajasthan, Agra oder Delhi noch eine Menge grossartiger spots zu besichtigen gilt, bin ich mir sicher, dass ich noch einmal nach Indien zurückkehren werde, um dann mit mehr Zeit im Gepäck den Rest des Landes zu bereisen!
Also, meine Lieben, ich kann abschliessend wirklich sagen, dass sich der Aufenthalt in Indien vom Praktikum und auch von den tagtäglichen Erlebnissen in Bangalore oder auch auf den WE-trips absolut gelohnt hat und ich in dieser Zeit sehr viel gelernt habe.
Ich hoffe, dass ihr Spass hattet beim Lesen meines blogs und hoffe, dass wir uns in Deutschland in Zukunft wiedersehen!
In diesem Sinne,
wünsche ich allen alles Gute,
bis demnächst in good old Germany,
marvin
Namaste Part 3
Thursday, August 03, 2006
Thursday, July 20, 2006

Salve,
Hab mir sagen lassen, in Kölle ist vor gestern so richtig der Sommer ausgebrochen? Endlich im in der Badebutze an den Otto-Maigler See, wat? Nun, hier ist seit heute auch wieder Sonnenschein...die letzte Woche war es hingegen ein wenig verregnet und wir haben schon alle befürchtet, dass ab jetzt der Monsun so richtig anfängt, sich über Bangalore auszutoben...aber noch mal Glück gehabt! Der Monsun scheint noch im Norden des Landes rumzuwüten. Letzte Woche war wegen heftigen Regenstürmen die 15 Millionen-Metropole Bombay und vorgestern die Hauptstadt Delhi in weiten Teilen überschwemmt...wenn man davon Bilder sieht, wie hoch das Wasser dort in den Strassen steht, dass ist schon nicht zu fassen. Schliesslich haben die Einwohner Indiens jedes Jahr mit diesem Phänomen zu kämpfen.. Auf die Idee mal für eine ordentliche, dem Ausmass des Monsuns entsprechende Kanalistation zu sorgen, scheinen die Jungs hier noch nicht gekommen zu sein...nun ja, das ist nur ein Beispiel von vielen, die aufzeigen, dass Indien nicht nur eine Herrscharr von super ausgebildeten Indern ist, die sich als Partner Amerikas versuchen, auf der Weltbühne zu präsentieren...das ist ja das Bild, was so im Westen über Indien kommuniziert wird! Wenn man jedoch das Land mal mit eigenen Augen gesehen hat und sieht wie vielfältig es in jeglicher Hinsicht ist, dann kann man meines Erachtens viel eher zu dem Schluss, dass Indien eine Menge hausgemachter Probleme hat, wie bspw. schlechte Infrastruktur, kein soziales Gefüge, aufgrund dem starken Einfluss konservativer religöser Kräfte eine immer noch steingende Aidsrate, Kinderarbeit oder die an jedem noch so schönen Ort mich extrem störende Umweltverschmutzung (ich glaub, das Wort Umweltschutz existiert in Hindi, das ist die hier gesprochene Sprache, gar nicht!!), die das Land vor enorme Herausforderungen stellt!! Was bringt es nämlich, wenn in einem Land mit über einer Milliarde Menschen ungefähr 20 % gut ausgebildet sind und andererseits ein Grossteil der Menschen unter dem Existenzminimum lebt und davon viele auf den Strassen bettelnd um Hunger flehen...nun, ich will an dieser Stelle Indien nicht zerreissen, da ich mir natürlch bewusst bin, dass es für ein Schwellenland Jahre braucht, um gerade soziale Probleme zu begegnen, da man zunächst einmal, wenn der Rubel rollt, natürlich alles daran setzt, dass es weiter aufwärts geht...habe jedoch in den zurückliegenden drei Monaten den Eindruck gewonnen, dass man sich über nationale Probleme absolut keine Gedanken macht, sondern Indiens Wirtschaft weiter in die Weltspitze treiben will. Nun einfach mal luuren, wo das hinführt...da das Land wirklich absolut viel zu bieten hat, gerade kulturell und historisch, kann man nur hoffen, dass man sich bald auch den Problemen widmet, die nicht im Bereich Wirtschaft liegen...
So, in diesem Sinne, bis bald...
Friday, July 07, 2006

Hallo deutsche Fussball-Fans,
habt ihr die schmerzliche Niederlage gegen den “italienischen Pizzalieferant” schon verdaut und bereitet euch schon emotional auf das Spiel um die goldene Ananas gegen Portugal vor?
Mensch, was waren das für geile Spiele von unseren Klinsmännern gegen Schweden und Argentinien! Ich habe beide Spiele mit einer Horde Deutscher in einem Steakhouse hier in Bangalore auf einer Grossbildleinwand verfolgt...absolut super Stimmung! Höchstwahrscheinlich nicht damit zu vergleichen mit Hunderten halb Angetrunkenen in einem deutschen Flaggenmeer auf dem Roncalliplatz zu stehen, mit einer übel riechenden Reissdorfkölsch-Fahne “Dschlaaaand, Dschlaaaaaaaaaad“ zu gröllen, oder zu beobachten, wie Unmengen an englischen Hools randalierend durch die Kölner Altstadt ziehen, oder depremierte Anhänger bereits in der Vorrunde ausgeschiedener Teams staunend vom Dom Bilder knipsen sehen...Dennoch hätte ich nicht gedacht, dass man auch hier in Indien in richtige WM-Stimmung kommt!! Man ist ja doch ein bisschen weit weg vom Schuss!! Und hier steht Fussball nicht wirklich im Zentrum des Interesses...vielmehr stehen die Leute hier auf Cricket (in meinen Augen echt ein Idiotensport...todlangweilig und ausser Schlagen und Fangen geht da nicht viel!). Somit habe ich mir tagtäglich über die online-Ausgabe vom Stadt-Anzünder die aktuellen WM-News auf den Bildschirm geholt, um genau im Bilde zu sein, was bei unser Truppe so affjeht! Und dann habe ich noch glücklicherweise in dem besagten Steakhouse andere Deutsche getroffen (alles ebenfalls Praktikanten), die alle in voller Deutschland-Montur es sich zur Aufgabe gemacht haben, den restlichen Leuten im Steakhouse zu zeigen (auch wenn sie es nicht verstehen konnten) wie schön melodisch doch deutsche Fan-gesänge sind...
Das Spiel gegen Italien haben wir dann wegen dem späten Anpfiff in einem grossen traineehouese geschaut (aufgrund der dreieinhalbstündigen Zeitverschiebung war es hier dann 0:30 Uhr und dann machen alle Bars und Discotheken in Bangalore ihre Schotten dicht! Diese Vorschrift, so habe ich mir sagen lassen, wurde in diesem Bundesstaat (so jetzt erst mal ein bisschen Geograhie und Erdkunde: er heisst übrigens Karnataka und beheimatet auf einer Flaeche, die ungefaehr zwei Drittel der Deutschlands entspricht, ca. 56 Mio. Lück! ) vor einigen Jahren eingeführt, da es hier in der Vergangenheit zu später Stunde aufgrund „Drink and Drive“ zu zahlreichen Verkehrstoten gekommen ist! Ziemlich rigorose Regelung, find ich! Nun ja, bei uns in Deutschland zählen die Steuergelder, die unserer Frau Merkel aus dem Gastro-Bereich zufliessen, halt mehr als ein paar „ehemals besoffene“ Verkehrstote, so makaber das auch klingt!
So, lieber Leser, verabschieden möchte ich mich heute mal mit einem guten Schenkelklopfer, der dir, nachdem es ja im Zusammenhang mit Italienern in den letzten Tagen nichts zu lachen gab, nun für etwas Aufheiterung sorgen wird:
Ein Deutscher, ein Argentinier und ein Italiener werden in Saudi-Arabienbeim dort strengstens verbotenen Konsum von Alkohol erwischt.Der Scheich lässt sie vorführen, sieht sie sich an und sagt: "Für den Konsum von Alkohol bekommt ihr eine Strafe von 50 Peitschenhieben! Aber da ihrAusländer seid und von dem Verbot nichts wusstet, will ich gnädig sein. Ihr habtvor der Strafe noch einen Wunsch frei! Fang du an, Argentinier!" Der Argentinier: "Ich wünsche mir, dass ihr mir ein Kissen auf den Rücken bindet,bevor ihr mich auspeitscht."Der Wunsch wird ihm erfüllt, doch leider zerreißt das Kissen unter der Wucht der Peitschenhiebe bereits nach 25 Schlägen.Der Italiener, der das sieht, wünscht sich, dass man ihm zwei Kissen auf denRücken binden möge. Gesagt, getan, doch leider reißen auch bei ihm die beidenKissen vorzeitig. Nun wendet sich der Scheich an den Deutschen und sagt: "Nun, Deutscher, da ich eingroßer Fußballfan bin und ihr so schön Fußball spielt, bin ich dir besonders gnädig!Du hast zwei Wünsche frei! Aber wähle gut!!!" Der Deutsche: "OK, schon gewählt, als ersten Wunsch hätte ich gern 100 Peitschenhiebestatt nur 50!" Der Argentinier und der Italiener schauen sich kopfschüttelnd und entgeistert an.Der Scheich sagt: "Ich verstehe es zwar nicht - aber es sei dir die doppelte Zahl an Peitschenhieben gewährt! Und dein zweiter Wunsch?" Der Deutsche: "Bindet mir den Italiener auf den Rücken!" ;-)
Friday, June 23, 2006

Bonjorno,
da ich in letzter Zeit von einigen Leuten angehauen wurde, mal zu erzählen, wie es denn eigentlich mit meinem Praktikum so läuft, werde ich im Folgenden mal skizzieren, wo ich eigentlich arbeite und was ich hier den lieben, langen Tag so treibe...also die Firma nennt sich Aztecsoft und ist ein Software Engineering Servicedienstleister.
D.h. das wir andere Firmen in allen möglichen Entwicklungsphasen einer Softwareentwicklung unterstützen. Hauptsächlich bei der Entwicklung und dem Testing von Software.
Vor 11 Jahren hier in Bangalore gegründet, beschäftigt Aztecsoft insgesamt über 2200 Leute und seit dem Jahr 2000 an der indischen Börse gelistet. Hier in Bangalore gibt es neben der Zentrale (ist auf dem Foto zu sehen!) 3 weitere offices, wobei ich in einem schönen Büro (jeder Raum ist hier mit einer Klimaanlage ausgestattet, was einen manchmal zum frieren bringt, wenn man morgens, wo es hier schon ordentliche 25 Grad sind, von draussen ins kühle Büro kommt!) mit ca. 200 potentiellen „green card“-Indern und meiner schweizer Chefin arbeite. Weitere Standorte sind Pune, hier in Indien, Santa Clara, in den USA, und London, wo jedoch ausschliesslich Marketingleute arbeiten.
Ich und meine Chefin bilden das Team „Business Development Europe“, wir sind für das Geschäft in Kontinentaleuropa zuständig, vorzugsweise Deutschland, Schweiz, Österreich, Italien, Frankreich, Spanien!
Tja, was macht man wohl als „Business Developer Europe“ so? Ja, richtig, „Business Developen (eingedeutscht!)“!!
Sind halt zum einen für die Kundenbetreuung, hier professionell „lead generation” genannt, und zum anderen, was der schwierigere Part ist, für die Kundengewinnung zuständig.
Dafür gilt es natürlich, davon kann jeder Praktikant ein Liedchen singen, Recherche-Arbeiten zu machen (O-Ton eines jeden Chefs: „Recherche ist die Grundlage für weiteres erfolgreiches business...blablabla “). Was erheblich spannender ist und einem auch ein paar graue Zellen abverlangt, ist das Kreieren von Marketing-Kampagnen. Die groben Richtlinien, welche Kundengruppen wie bearbeitet werden sollen, werden zwar vorgegeben, bei der eigentlichen Ausgestaltung wird mir jedoch viel Freiraum gelassen, was ich wirklich angenehm finde. So habe ich letztens gemeinsam mit Grafikern eine Pressemitteilung bezüglich unserem Rebranding (haben uns nämlich Anfang des Monats von „Aztec Software and Technologies“ zu „Aztecsoft“ umbenannt und im Zuge dessen uns auch ein neues Logo verpasst!) erstellt...oder mail-kampagnen für zwei verschiedene Kundengruppen erarbeitet! Ist ganz interessant, da man sich in den meisten Fällen erst mit unseren Technologien und Services auseinander setzen muss und ich somit mal n bisschen Ahnung von dem ganzen IT- und Computer-Fachchinesisch bekomme. Dann gilt es ansprechende und überzeugende Werbe-Texte zu formulieren, die den Kunden dazu bringen, mit uns, dem weltbesten, unnachahmlich, oft kopierten, jedoch nie erreichten Software Engineering Service Provider zusammen zu arbeiten!
Kleine IT-Quizfrage am Schluss: Was ist eine Migration in der Informatik....na?...Ganz einfach: Der Wechsel grundlegender Softwareprogramme oder die Transformation von Daten in neue Formate! Unglaublich, was? Wer weiss, welche Frage euch euch mal bei “Wer wird Millionär“ gestellt wird...?
Das solls erst mal gewesen sein......gruss in die Heimat! Mein Tip für Samstag: Wir putzen die Schweden 2:1!!!
Wednesday, June 14, 2006

Oleee, oleee, oleeee,
na auch schon im WM-Fieber...ich auf jeden Fall! Letzte Woche habe ich mir ein Fake-Germany Trikot gekauft und damit gehts dann hoffentlich bis ins Endspiel...nun ja, träumen darf man wohl noch, oder? Auf jeden Fall werden heute abend erst mal die Polen rasiert....auf gehts Poldi!!!
Wollte euch nur noch mal kurzen Zwischenbericht von meiner Reise nach Pondicherry geben. Bin dort vorletztes WE mit meinen beiden Mitbewohnern und zwei Schweizern hingefahren und ich kann nur sagen, hat sich voll gelohnt. Es ist eine kleine ehemalige französische Kolonialstadt, die im Gegensatz zu den grossen verschmutzten Metropolen hier in Indien von ihrem ehemaligen Charme nicht allzu viel verloren hat. Nicht zuletzt durch die französischen Strassennamen und den unzähligen Restaurants mit französischen Spezialitäten fühlt man sich manchmal nicht wirklich in Indien...das war mal wieder ne ganz schöne Abwechslung zum sehr lauten und kaum zur Ruhe kommenden Bangalore.
Nach ca. 8 Stunden Busfahrt haben wir am Samstagmorgen Pondicherry erreicht und uns direkt mit ein paar Rollern fahrbaren Untersatz besorgt, um eine Unterkunft zu suchen und alles schneller erkunden zu können.
Haben dann ein geniales Strandresort gefunden, wo wir unser Lager aufgeschlagen haben und von dort unsere Ausflüge gestartet.
Nun, ja was heisst hier Ausflüge?
Haben uns natuerlich mehrmals taeglich in den tollen Restaurants so richtig doll verkoestigen lassen und das Wetter genossen, was das ganze WE genial war. Sonnenschein pur!!
Was auch nicht zu verachten war, dass das Bier dort im Verhaeltnis zu Bangalore guenstiger war, so dass wir das ein oder andere Bierchen am Strand weggezogen haben. Mensch, das war klasse: Sonne, Strand und dazu ein kuehles Bierchen. Was will man(n) mehr!!!
Am Sonntag haben wir dann einen Ausflug ins Nachbarstaedtchen Auroville gemacht, aber dazu koennt ihr weiter unten was lesen...also alles in allem, war es ein tolles WE, um wieder zu Kraeften zu kommen und mal was anderes zu essen als immer nur Masala, Ciapati und Dahl (das sind so indische Spezialitaeten...alles vegetarisch natuerlich! Stehen nicht so auf Fleisch, die meisten Inder.Leider! Umso groesser ist dann aber die Freude, wenn man, wie in Pondicherry, so ein leckeres Steak serviert bekommt....hhhmmm!!)
Am Sonntag abend ging es dann in einem vollbesetzten Bus, in dem ich mich gefuehlt habe, wie sich wohl Huehner in einem viel zu kleinen Kaefig fuehlen, zurueck nach Bangalore. Der Bus war naemlich ausschliesslich fuer Inder konzipiert und somit war alles eher in der Groesse XS und man hatte nicht wirklich viel Platz sich langzumachen, geschweige denn die Lehne ein wenig nach hinten zu ruecken...somit kamen wir dann alle am fruehen Montagmorgen total zerknittert in Bangalore an und dann ging es nach einer kurzen Morgendusche total erschoepft direkt zur Arbeit...war bestimmt mein produktivster Tag hier bei Aztec ;-)


